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Sie haben Fragen rund um die Milch? Unsere Fachleute – Landwirte, Molkerei- und Käsemeister, Ernährungskundler – beantworten sie gern.
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Küche & Genuss

KÄSE EINFRIEREN – GEHT DAS?

Astrid Denzinger, LVBM-Ernährungsexpertin:


Im Prinzip ja. Allerdings verliert Käse dabei an Geschmack und Konsistenz. Deshalb Käse besser nach Bedarf und nicht zum Einfrieren kaufen. Sollte doch einmal Käse übrigbleiben:

  • Hartkäse, Schnittkäse und Mozzarella eignen sich am besten zum Einfrieren.
  • Verpacken Sie den Käse – möglichst luftdicht! – in Scheiben geschnitten oder gerieben.
  • So können Sie ihn bis zu drei Monate im Tiefkühlfach lagern.
  • Anschließend langsam im Kühlschrank auftauen lassen.
  • Am besten zum Kochen verwenden, zum Beispiel für Gratins oder Pasta.
  • Für Fondue eignet sich der aufgetaute Käse nicht!

H-MILCH: WIE LANGE HÄLT SIE?

Hans Schmaus, Käse- und Milchexperte der LVBM:


Ultrahocherhitzte Milch, kurz H-Milch, ist in der ungeöffneten Packung auch ohne Kühlung bis zu drei Monate haltbar. Ihr robustes Naturell verdankt sie einer uralten und denkbar einfachen Methode der Haltbarmachung: Sie wird für wenige Sekunden auf mindestens 135 Grad erhitzt. Dabei werden alle vermehrungsfähigen Keime abgetötet. Anschließend wird sie in keimfreier Umgebung in die Verpackung gefüllt.

  • H-Milch schmeckt leicht süßlich und hat rund 20 Prozent weniger Vitamine als Frischmilch. Der Calciumgehalt ist dagegen genauso hoch.
  • Die geöffnete Packung gehört in den Kühlschrank und ist dann genauso lange haltbar wie Frischmilch: rund fünf bis sechs Tage.
  • Ein leicht bitterer Geschmack ist bei H-Milch der erste Hinweis auf den einsetzenden Verderb. Im Geruch ist die Veränderung erst später bemerkbar.

HAUT AUF DER MILCH: MUSS DAS SEIN?

Haut auf der Milch schreckt Sie ab? Drehen Sie den Spieß um: Schrecken Sie die Milch ab! Und zwar sofort nach dem Aufkochen, dann bildet sich keine Haut. Einfach einige Eiswürfel in die Milch tauchen (z.B. in einem kleinen Sieb) und sofort wieder herausnehmen. Oder Sie erwärmen die Milch vorsichtig und rühren sie dabei mit einem Quirl. Dann kann sich das Milcheiweiß, das bei etwa 80 Grad gerinnt, nicht zur ungeliebten Hautschicht verketten.

HEFETEIG – MIT WARMER ODER KALTER MILCH?

Dr. Maria Linderer, LVBM-Geschäftsführerin:


Hefeteig gelingt besonders gut, wenn die Zutaten nicht zu kalt sind. Denn Hefe entfaltet ihre volle Triebkraft erst mit Wärme. So geht der Teig schneller auf.
Gerade bei süßem Gebäck eignet sich Milch für Hefeteig besser als Wasser. Sie macht den Teig feiner und unterstützt den Geschmack. Bei der Zubereitung sollte die Milch mindestens 20 Grad (Zimmertemperatur) und höchstens 40 Grad warm sein.

Tipp: Die Milch im Topf am besten langsam bei mittlerer Temperatur erwärmen und dabei umrühren. So vermeiden Sie, dass sie anbrennt.

MILCH ANGEBRANNT: WIE KANN ICH DAS VERHINDERN?

Josef Stemmer, Milch- und Käseexperte der LVBM:


Das Eiweiß der Milch setzt relativ schnell am heißen Topfboden an und kann so leicht anbrennen. Es gibt viele Hausmittel, die helfen sollen, das Anbrennen zu verhindern: den Topf zuvor mit kaltem Wasser ausspülen oder ihn mit Butter einfetten. Bewiesen sind diese Tipps jedoch nicht.
Was tatsächlich hilft:

  • Die Milch nicht auf der höchsten, sondern der mittleren Temperaturstufe erhitzen. So hat die Wärme Zeit, sich im ganzen Topf auszubreiten und die unterste Schicht der Milch wird nicht überhitzt. Denselben Effekt haben spezielle, meist doppelwandige Milchtöpfe.
  • Ein weiterer simpler Trick: Geduldig beim Kochtopf stehen bleiben und immer wieder umrühren. So vermischt sich die kühle obere Schicht mit der schon erhitzten unteren Milchschicht.
  • Mehr hilft mehr: Am besten sanft erhitzen UND dabei umrühren!

SCHIMMEL AUF DEM KÄSE – WAS TUN?

Schimmel ist nicht gleich Schimmel. Der Edelschimmel auf Camembert oder Blauschimmelkäse beispielsweise ist absolut gewollt. Er veredelt den Käse (daher der Name), trägt zum Geschmack bei und ist völlig unschädlich. Wilder Schimmel schadet hingegen der Gesundheit; er kann sogar Krebs erregen.

  • Quark oder Joghurt mit Schimmelbefall auf jeden Fall wegwerfen, Buttermilch oder Kefir weggießen.
  • Bei Hartkäsen reicht es, wenn Sie die angeschimmelten Stellen großzügig wegschneiden.
  • Alle anderen Käsesorten bitte ebenfalls entsorgen.

KÄSERINDE: ABSCHNEIDEN ODER MITESSEN?

Josef Stemmer, Milch- und Käseexperte der LVBM:


Grundsätzlich gilt: Natürlich gereifte Käserinde ist essbar. Sie entsteht, wenn ein Käselaib in ein Salzbad getaucht und mit Salz eingerieben wird. Das Salz entzieht dem Käse Wasser und festigt so die Rinde. Diese feste Käsehülle macht das Milchprodukt haltbar und intensiviert den Geschmack. Wird die Rinde nicht weiter behandelt, ist sie essbar.

  • Bei Käsen mit langer Lagerzeit – wie Allgäuer Emmentaler oder Allgäuer Bergkäse – ist die Rinde zwar ganz natürlich, aber hart und trocken. In diesem Fall schmeckt Käse ohne Rinde besser.
  • Edelschimmelkäse wie Camembert sind mit einem Schimmelrasen überzogen, Rotschmierkäse wie der Romadur werden mit Bakterienkulturen eingerieben. Beide Verfahren verleihen den Käsesorten den typischen Geschmack. Sie können den Käse unbesorgt mit Rinde genießen. Sollten er zu „rass“, also zu intensiv schmecken, schaben Sie einfach die oberste Rindenschicht mit einem Messer ab.

Es gibt auch Käse, die keine essbare Rinde haben:

  • Einige Käse haben Hüllen aus Kunststoff-Folie oder Paraffinwachs. In diesem Fall tragen die Verpackungen den Hinweis „Nicht für den Verzehr geeignet“.
  • Das gilt auch für Käserinden, deren Oberfläche zur Schimmelvermeidung mit dem Konservierungsstoff Natamycin behandelt wurde. Achten Sie auf die Zutatenliste: Ist E 235 aufgeführt, sollten Sie fünf Millimeter Rinde abschneiden.

SCHAAAARF: WAS LINDERT DAS BRENNEN IM MUND?

Wenn das Essen ist zu scharf ist, helfen Milchprodukte. Ein Schälchen Joghurt oder ein Glas Lassi zum indischen Curry, geriebener Käse auf Penne all’arrabiata, ein Löffel Frischkäse, Schmand oder Crème fraîche in der Soße mildern den Geschmack.

Hintergrund: Scharfstoffe wie Capsaicin sind fettlöslich. Je fetter das Milchprodukt, umso wirksamer die „Entschärfung“.

Forscher der Hochschule Fulda haben herausgefunden: Der beste Schärfe-Bändiger ist Mascarpone auf ungeröstetem Toastbrot. Und: Wasser löscht Feuer, aber nicht feuriges Brennen auf der Zunge. Es verteilt vielmehr die Schärfe im ganzen Mund.

WARUM SCHMILTZT KÄSE?

Hans Schmaus, Käse- und Milchexperte der LVBM:

Wird Käse erhitzt, wird er weich und zieht Fäden – doch ganz flüssig wird das Milchprodukt nicht. Dies liegt an der Zusammensetzung von Käse: Neben Mineralstoffen und Vitaminen besteht er größtenteils aus Eiweiß, Fett und Wasser. Ist Käse gekühlt, ist seine Konsistenz fest: Die Eiweißmoleküle bilden ein starres Gerüst um Wasser und Fett. Mit steigender Tem-peratur dehnt sich das Fett aus – der Käse wird weich und ändert seine Form. Wird das Milchprodukt weiter erhitzt, werden auch die Eiweißmoleküle weich und biegsam. Das Er-gebnis: Der Käse schmilzt und zieht Fäden.
Tipp: Nicht jeder Käse schmilzt gleich. Ausschlaggebend sind der Reifegrad sowie das Ver-hältnis von Fett, Wasser und Eiweiß. Mit der Reifung verändern sich die Eiweißmoleküle und der Wassergehalt nimmt ab. Der Anteil an Trockenmasse steigt und der Käse schmilzt nicht mehr so leicht. Daher eignen sich fürs Überbacken insbesondere junge Schnittkäse mit hohem Wassergehalt.

KAKAO - MIT MILCH ODER WASSER ANRÜHREN?

Astrid Denzinger, LVBM-Ernährungsexpertin:

Ob Italien, Frankreich, Österreich oder Deutschland – schokoladehaltige Getränke finden sich auf den Speisekarten vieler Cafés und auch die Zubereitung zuhause ist weit verbreitet. Je nach Region wird das beliebte Heißgetränk mit reinem Kakao, kakaohaltigem Instantpulver oder Schokolade in Wasser, Milch oder einem Milch-Wasser-Gemisch angerührt. In Hinblick auf Nährstoffe und Geschmack liegt Milch jedoch eindeutig vorne: Sie versorgt den Körper mit hochwertigem Eiweiß, leicht verdaulichem Fett, schnell verfügbaren Kohlenhydraten sowie Mineralien und Vitaminen. Echtes Kakao-Pulver ist zwar etwas bitterer, aber auch deutlich kalorienärmer als herkömmliches Instantpulver, das meist mit Zucker angemischt ist. Im Zusammenspiel mit Milch kann das reine Pulver seinen intensiven Schokoladegeschmack entfalten und mögliche Bitternoten werden durch Milchfett und -ei-weiß neutralisiert. Außerdem enthält Kakao wichtige Inhaltsstoffe wie Magnesium, Kalium, Eisen und Antioxidantien. Ein Milchkakao liefert damit Energie, steigert die Konzentrationsfähigkeit und wirkt sich positiv auf Knochenbau, Körper und Psyche aus.
Tipp: Milch vorsichtig im Topf erwärmen – nicht aufkochen. Anschließend reines Kakao-Pulver einrühren. Bereits anderthalb bis zwei Teelöffel Pulver sorgen pro halbem Liter Milch für ein schokoladiges Aroma. Honig verleiht dem Getränk eine zusätzliche süße Note.
 

Gesundheit & Fitness

CALCIUM: WO STECKT AM MEISTEN DRIN?

Astrid Denzinger, LVBM-Ernährungsexpertin:


Eindeutig: Käse ist der Calcium-Champion. Schon eine Scheibe Käse reicht aus, um einen Großteil des täglichen Calciumbedarfs von rund 1.000 Milligramm abzudecken.

  • Mit bis zu 1.300 Milligramm Calcium pro 100 Gramm überholt Käse alle anderen Milchprodukte.
  • Milch und Joghurt enthalten bis zu 120 Milligramm Calcium pro 100 Gramm.

Der Nährstoff ist für den Aufbau und die Stabilität von Knochen und Zähnen enorm wichtig. Das in Milchprodukten enthaltene Vitamin D und sein Milchzucker unterstützen zusätzlich die Calciumeinlagerung im Körper.

ABNEHMEN MIT MILCH – GEHT DAS?

Astrid Denzinger, LVBM-Ernährungsexpertin:


Ja! Milch hat einen niedrigen glykämischen Index (GI). Das bedeutet: Sie sättigt, ohne dabei den Blutzuckerspiegel enorm in die Höhe schießen zu lassen. Dieser Effekt beugt Heißhungerattacken vor und verlangsamt das Hungergefühl.

Lebensmittel mit einem hohen GI wie etwa Weißbrot oder Kartoffeln sättigen nur kurzfristig. Nach dem Verzehr steigt der Blutzuckerspiegel auf einen hohen Wert und sinkt schon nach 30 bis 60 Minuten tief ab. Bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel signalisiert das Hormon Glucagon dem Gehirn, dass der Körper hungrig ist.

Steigt der Blutzuckerspiegel, wie beim Genuss von Milch, nur langsam und bleibt zwei bis drei Stunden auf mittlerem Niveau, ist man länger satt und spart sich eine unnötige Kalorienaufnahme durch Heißhungerattacken. Milch macht also nicht nur satt, sondern tut auch der Figur gut.

Ein weiterer Bonus beim Milchgenuss: Milch enthält wichtige Nährstoffe, bekömmliche Fette und viele Mineralstoffe und Vitamine.

WARME MILCH: HILFT SIE BEIM EINSCHLAFEN?

Dr. Maria Linderer, LVBM-Geschäftsführerin:


Bei Problemen mit dem Einschlafen ist ein Becher heiße Milch tatsächlich ein bewährtes Hausmittel. Sie ist reich am Eiweißbaustein Tryptophan, der zur Bildung des „Glückshormons“ Serotonin beiträgt. Serotonin beruhigt den Organismus und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus.


Tipp: Die heiße Milch mit einem Löffel Honig verfeinern. Er sorgt dafür, dass das Tryptophan noch besser ins Gehirn aufgenommen wird. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht!

OSTEOPOROSE: VORBEUGEN MIT MILCH?

Osteoporose bedeutet: Die Dichte der Knochen nimmt ab, sie werden anfällig für Brüche. Die Neigung zu Osteoporose kann vererbt werden. Einseitige Ernährung, Untergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum können die Osteoporose begünstigen. Heilbar ist die Alterserkrankung der Knochen nicht. Doch Sie können vorbeugen!

Viel Bewegung und eine ausgewogene, vollwertige Ernährung von Kindesbeinen an sind das beste Rezept. Schon ein Glas Vollmilch, 50 g Emmentaler und ein Becher Joghurt decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Calcium.

SAHNE: GIBT ES EINE LEICHTE ALTERNATIVE?

Josef Stemmer, Milch- und Käseexperte der LVBM:


Eines ist mal klar: Ohne das Sahnehäubchen schmecken viele Desserts nur halb so gut. Das liegt vor allem am Fettgehalt von rund 30 Prozent.

Wer eine leichtere Alternative sucht, ersetzt Sahne durch aufgeschlagene Milch. Dank ihres hohen Eiweißgehalts lässt sich Milch gut aufschäumen. So macht sie nicht nur auf dem Cappuccino eine gute Figur, sondern auch als verführerisches Häubchen auf dem Dessert. Und das bei 80 Prozent weniger Kalorien. Mit Milchschaum wird das Dessert nicht nur deutlich „schlanker“, sondern gelingt auch schön cremig und luftig.


Tipp: Achten Sie beim Einkauf auf die Verpackungshinweise. Es gibt verschiedene Milchsorten, die sich besonders gut zum Aufschäumen eignen.

KINDER: WIE VIEL MILCH IN WELCHEM ALTER?

Milch und vor allem das darin enthaltene Calcium sind besonders wichtig für die Entwicklung von Knochen und Zähnen. Kinder sollten mindestens drei Portionen Milchprodukte am Tag zu sich nehmen:

  • Kleinkinder: ein Glas Milch (150 ml), ein Becher Joghurt (150 g) und ein Stück Käse (30 g)
  • Teenager können gerne die doppelte Menge verputzen.

SCHWANGER: WELCHE MILCHPRODUKTE SIND TABU?

Ein unbedenklicher Genuss:

  • Pasteurisierte Milch, H-Milch und alle Produkte aus pasteurisierter Milch, von Joghurt bis Käse.


Bitte vermeiden:

  • Rohmilch, Vorzugsmilch (die Handelsform von Rohmilch), Rohmilch-Käse und Käserinde.

Rohmilch und Produkte aus roher Milch können Keime enthalten. Gesunde Erwachsene vertragen sie meist gut; doch dem ungeborenen Kind können sie schaden. Pasteurisierte Milch dagegen wird kurzzeitig erhitzt; dabei werden die meisten Keime abgetötet.

SONNENBRAND: KÖNNEN MILCHPRODUKTE HELFEN?

Hans Schmaus, Käse und Milchexperte der LVBM:

"Das oberste Gebot bei Sonnenbrand: Kühlen. Statt teurer Cremes helfen Hausmittel aus dem Kühlschrank auf natürliche Art und Weise. So mildern etwa Quark oder Joghurt leichte Rötungen. Ist die Haut jedoch stark verbrannt, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Der Klassiker unter Sonnenbrand lindernden Milchprodukten sind Quarkwickel. Sie sind effektiv, da sie der Haut Wärme entziehen, Feuchtigkeit spenden, Schmerzen lindern und sich leicht auftragen lassen. Dazu Quark auf ein Geschirrtuch streichen und auf die gereizte Haut legen. Wichtig dabei ist, Milchprodukte nie auf offene Wunden aufzutragen. Bei Rötungen im Gesicht hilft eine kühlende Joghurtmaske. Für eine festere Konsistenz einfach etwas Quark beimischen. Die Maske etwa zehn Minuten einwirken lassen, anschließend abnehmen, bevor sie trocknet: Entfernt man erst die angetrocknete Maske, reizt es die Haut zusätzlich.
Mein Tipp: Eine beigemengte Salatgurke, geraspelt oder püriert, pflegt und kühlt zusätzlich."

KÄSE TROTZ LAKTOSEINTOLERANZ?

Astrid Denzinger, Ernährungsexpertin der LVBM:

"Wer wie 15 Prozent der Deutschen an Laktoseintoleranz leidet, muss nicht auf alle Milchprodukte verzichten. Betroffene vertragen Milchzucker (Laktose) nicht, da ihnen das Enzym Laktase fehlt oder es nicht in ausreichender Menge vorliegt. Der Verzehr von Milchprodukten kann bei ihnen zu Beschwerden wie Bauchschmerzen führen. Trotz dieser Unverträglichkeit ist es oft möglich, Käse zu genießen. Denn: Viele Sorten sind aufgrund von Reifung frei von Milchzucker. Je länger Käse reift, desto niedriger ist sein Laktosegehalt. Vor allem Hart- und Schnittkäse wie Allgäuer Emmentaler, Bergkäse, Tilsiter und Butterkäse sind in der Regel gut verträglich. Auch Weichkäsesorten und Sauermilchkäse weisen nur kleine Mengen an Milchzucker auf, da der größte Teil zu Beginn des Reifeprozesses in Milchsäure umgewandelt wird. Einige Hersteller kennzeichnen diese Käsesorten mit "von Natur aus laktosefrei“. Dabei gilt ein Produkt als milchzuckerfrei und verträglich, wenn es weniger als 0,1 Gramm Milchzucker je 100 Gramm Lebensmittel enthält.
Tipp: Wer wegen einer Unverträglichkeit den Verzehr von Milchprodukten einschränken muss, sollte darauf achten, genügend Calcium aufzunehmen. Hier hilft Käse: Bei einem Milchzuckergehalt von weniger als 0,1 Gramm weisen 100 Gramm Emmentaler 1.030 Milli-gramm Calcium auf. Dies entspricht der empfohlenen Tagesdosis für Erwachsene von 1.000 Milligramm."

MILCHPRODUKTE WÄHREND EINER ERKÄLTUNG: JA ODER NEIN?

Astrid Denzinger, Ernährungsexpertin der LVBM:

Wissenschaftliche Studien widersprechen dem Mythos, dass Milchprodukte die Atemwege verschleimen und belegen, dass die Schleimbildung nach dem Verzehr von Milch nicht ansteigt. Ein Inhaltsstoff der Milch, Galaktose, wird zwar auch "Schleimzucker" genannt, der Körper produziert nach dem Milchgenuss aber nicht mehr Sekret als vorher. Das heißt konkret: Nicht der Milchgenuss fördert die Schleimbildung, sondern die durch die Erkältung hervorgerufenen entzündlichen Prozesse im Körper. Ist das Immunsystem angegriffen, empfiehlt es sich grundsätzlich viel zu trinken, egal ob Wasser, Tee oder Milch. Milch versorgt den geschwächten Körper nicht nur mit Flüssigkeit, sondern auch mit wertvollen Nährstoffen.

Tipp: Heiße Milch mit Honig wirkt bei Halsschmerzen wohltuend und entspannend.

Rund ums Produkt

BUTTERMILCH: WIE VIEL BUTTER STECKT DRIN?

Überraschung: gar keine!
Buttermilch heißt Buttermilch, weil sie als Nebenprodukt bei der Butterherstellung gewonnen wird. Der Rahm der Milch wird gebuttert. Was übrig bleibt, enthält gerade mal ein Gramm Fett pro 100 Milliliter – und viel satten, frisch-säuerlichen Geschmack. Schmeckt prima pur oder gemixt mit Säften oder Früchten.

Erfrischende Shakes und Drinks mit Buttermilch, Kefir oder Molke finden Sie in unserem Rezeptheft „Mix mit!“.

 

Rezeptheft (PDF, 3,1 MB)
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KAFFEE: MIT MILCH ODER BESSER OHNE?

Astrid Denzinger, LVBM-Ernährungsexpertin:


Kaffee gehört für viele zum Morgenritual, die meisten trinken ihn am liebsten mit Milch. Doch warum?

Kaffee enthält Bitterstoffe und Säuren. Um sie aufzufangen, genügt ein Schuss Milch. Ihr Eiweiß und Fett wirkt als Puffer: Der Kaffee schmeckt milder und ist bekömmlicher. Café au lait, Cappuccino und Latte Macchiato sind also nicht nur lecker, sondern machen den koffeinhaltigen Wachmacher besser verträglich.

Außerdem verlangsamt die Milch die Koffeinaufnahme im Körper: Die wachmachende Wirkung hält länger an.

Ein Tipp für Leckermäuler und für heiße Sommertage: Sahne oder eine Kugel Milcheis haben übrigens denselben Effekt!


Ein tolles Rezept: Espresso-Shake mit Vanilleeis.

„FETT I. TR.“ – WAS BEDEUTET DAS?

Diese Abkürzung finden Sie auf jeder Käseverpackung und auch als Angabe in der Käsetheke. Sie steht für „Fett in Trockenmasse“ und gibt an, wie viel Fett ein Käse enthält, wenn man ihm das gesamte Wasser entziehen würde. Denn Käse verliert während der Lagerung Wasser und somit Gewicht. Daher wird der Fettgehalt bei Käse nicht ausgehend vom Gesamtgewicht berechnet, sondern ausgehend von der Trockenmasse.

Der absolute Fettgehalt ist also deutlich geringer.

Faustformel:

  • Hartkäse: absoluter Fettgehalt = „Fett i. Tr.“ x 0,7
  • Schnittkäse: absoluter Fettgehalt = „Fett i. Tr.“ x 0,5
  • Frischkäse: absoluter Fettgehalt = „Fett i. Tr.“ x  0,3

Beispiel:  
Ein Schnittkäse mit 45 Fett i. Tr. hat absolut etwa 22,5 Prozent Fettgehalt.

HERKUNFT: WIE ERKENNE ICH, WOHER DIE MILCH STAMMT?

Die Verpackung jedes Milchprodukts trägt das ovale Identitäts-Kennzeichen. Ein „BY“ steht für Bayern als Verarbeitungsort.


Die „geschützte Ursprungsbezeichnung“ der EU verrät noch mehr. Bei Produkten mit diesem Zeichen stammen auch alle Zutaten aus der jeweiligen Herkunftsregion. Dies gilt zum Beispiel für Allgäuer Emmentaler g.U., Allgäuer Bergkäse g.U. und Allgäuer Weißlacker g.U. Sie werden aus 100 Prozent Allgäuer Milch gekäst.

MILCH: GETRÄNK ODER MAHLZEIT

Astrid Denzinger, LVBM-Ernährungsexpertin:

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) teilt Lebensmittel in verschiedene Kategorien ein. In die Kategorie "Getränke" fallen Produkte, die als Durstlöscher getrunken werden und wenige Nährstoffe enthalten. Zwar besteht Vollmilch zu über 80 Prozent aus Wasser, gilt aber aufgrund ihrer Fülle an Nährstoffen als hochwertiges Nahrungsmittel und somit nicht als Getränk. Neben hochwertigem Eiweiß enthält Milch leicht verdauliches Fett, schnell verfügbare Kohlenhydrate sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Der Energiegehalt eines Glases Vollmilch (200 Milliliter) ist ungefähr vergleichbar mit einer Portion Weintrauben (200 Gramm).