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Unsere Milchkühe im Portrait

Ein Land, viele Rassen, noch mehr Kühe! Rot, Gelb, Braun, Gefleckt oder Bunt – Deutschlands Milchkuh-Landschaft ist farbenfroh. Hier erfahren Sie, welche vierbeinige Grand Dame wo zu Hause ist und was sie auszeichnet.

Fleckvieh: Die Nummer 1 in Süddeutschland

Groß, stark und muskulös hat sich die Lieblingskuh der Bayern ihren Platz auf dem Siegertreppchen hart erkämpft. Mit sagenhaften 6.500 Milchpackungen pro Jahr führt sie die süddeutsche Liga an. Sie hat eine Schwäche für saftiges Grün und schmackhafte Kräuter. Diese Vorliebe teilt sie mit der grau-braunen Verwandtschaft, dem Braunvieh, mit dem sie einträchtig grasend auch im Allgäu anzutreffen ist.

  • Gewicht: 650 bis 800 kg
  • Milchleistung: 6.550 kg
  • Fett: 4,2 Prozent
  • Protein: 3,5 Prozent

Braunvieh: Die schönsten Kulleraugen …

Ihre Heimat sind die Berge, denn hier ist das Gras saftig und grün. Ihre schwarzen Kulleraugen sind das Markenzeichen der geselligen Kuh aus dem Allgäu. Ein Teil des Braunviehs verbringt den Sommer auf der Alp. Im Spätsommer kehren die hübschen Braunen reich geschmückt ins Tal zurück. Hier werden sie freudig erwartet und für ihre proteinreiche, schmackhafte Milch geliebt.

  • Gewicht: 550 bis 650 kg
  • Milchleistung: 6.060 kg
  • Fett: 4,2 Prozent
  • Protein: 3,6 Prozent

Deutsche Holsteiner/Schwarzbunte: Der „Prototyp“

Die Allrounderin ist bekannt wie ein bunter Hund und fühlt sich in ganz Deutschland heimisch. Sie gehört zur Kuhlandschaft wie das Salz in die Suppe und ist maßgeblich an der Milch- und Käseproduktion für Deutschland beteiligt. Denn mit bis zu 7.300 kg pro Jahr hat sie die mit höchste Milchleistung. Ihre schwarzweißen Flecken findet sich auf so manchem Autositz, an Tapeten und auf Postkarten wieder. Das alles zusammen macht sie zur beliebtesten Kuh des Landes.

  • Gewicht: 650 bis 700 kg
  • Milchleistung: 7.300 kg
  • Fett: 4,3 Prozent
  • Protein: 3,4 Prozent

Jersey: Klein, aber oho

Das Fliegengewicht unter den deutschen Kühen legt sich nicht gerne auf einen Wohnsitz fest. Sie grast gern auf den saftigen Weiden – und das von Garmisch bis an die Nordsee. Die zugewanderte Jersey-Kuh hat ihre Marktnische erkannt: Ihre goldgelbe und besonders fettreiche Milch eignet sich hervorragend zur Herstellung diverser, schmackhafter Käsesorten. Sollte ihr diese Aufgabe einmal nicht länger ausreichen, kann sie sich immer noch auf ihr zweites Standbein als „Kuschelkuh“ berufen.

  • Gewicht: 330 bis 370 kg
  • Milchleistung: 4.680 kg
  • Fett: 6,1 Prozent
  • Protein: 4,2 Prozent

Gelbvieh: Mut zur Modefarbe

Im Gegensatz zur lila Kuh, die im Süßigkeiten-Regal auf Abnehmer wartet, ist das Gelbvieh aus Fleisch und Blut, 1,40 m groß und gibt dazu noch Milch. Sie hat ein großes Herz, in das sie bei Bedarf auch verwaiste Kälber schließt. Bei der Wahl der Heimatweide ist sie unkompliziert. Umgeben von ihrer Familie fühlt sie sich in Süddeutschland, Franken oder den neuen Bundesländern wohl.

  • Gewicht: 700 bis 800 kg
  • Milchleistung: 5.080 kg
  • Fett: 4,1 Prozent
  • Protein: 3,5 Prozent

Pinzgauer: Die Gut-Kuh

Trotz ihres großen Herzens für kleine Waisenkälber hat die Population des Schwergewichts mit dem weißen Rückenstreifen stark abgenommen. Heute sind sie nur noch selten in Bayern und den neuen Bundesländern anzutreffen. Für das weitere Bestehen der gemütlichen Pinzgauer-Kühe setzt sich der Rinderzuchtverband Traunstein ein. Bereits seit 1896 ist er um den Erhalt der alten Landrasse bemüht.

  • Gewicht: 700 bis 800 kg
  • Milchleistung: 5.080 kg
  • Fett: 4,1 Prozent
  • Protein: 3,5 Prozent

Rotbunte: Deshalb sehen die Bauern im Norden Rot!

Die Silbermedaille der populärsten deutschen Kühe geht an die gescheckten Vertreterinnen aus Nord- und Mitteldeutschland. Hochgewachsen trotzen sie Wind und Wetter. Dabei sind sie stets darauf erpicht, der schwarzweißen Konkurrenz den Rang abzulaufen. Zahlenmäßig befindet sie sich auf einem guten Weg, nur mit der Milchleistung hapert es noch ein wenig. Aber das wird schon.

  • Gewicht: 650 bis 750 kg
  • Milchleistung: 6.645 kg
  • Fett: 4,3 Prozent
  • Protein: 3,4 Prozent

Rotvieh: Rot, rot, rot sind alle meine Kühe

Die nordische Frohnatur liebt das flache Land und die salzig-raue Meeresluft. Zwischen Kiel und Flensburg fühlt sie sich zu Hause. Hier sorgt ihr strahlendes, rot-braunes Fell für charmante Farbtupfer auf den weiten, grünen Heimatwiesen. Trotz ihrer ausgeprägten Anpassungsfähigkeit gab es im Jahr 2002 nur noch 61 reinrassige Rotvieh-Kühe und sie wurden zur gefährdeten Nutztierrasse erklärt. Heute hat sich die robuste Kuh aus dem Norden jedoch wieder erholt und gehört zu den leistungsstarken Milchrassen in Deutschland.

  • Gewicht: 600 bis 650 kg
  • Milchleistung: 6.370 kg
  • Fett: 5,0 Prozent
  • Protein: 3,6 Prozent

Hinterwälder: Die Alteingesessene

Mit ihren 1,20 m ist sie nicht nur besonders klein, auch ihre Milchleistung ist recht gering. Dennoch trug die Hinterwälder-Kuh ihren Teil zur Landschaftsgestaltung bei: Die berühmten Schwarzwälder Weidebuchen entstammen nachweislich der Beweidung mit braunweißen Hinterwäldern.

  • Gewicht: 400 bis 450 kg
  • Milchleistung: 3.230 kg
  • Fett: 4,1 Prozent
  • Protein: 3,4 Prozent

Vorderwälder: Anpassung ist alles

Sie ist kräftig, relativ klein und bevorzug schattige bewaldete Gebiete oder Steilhänge. Besonders gut gefällt es der Vorderwälder-Kuh im Schwarzwald. Hier fasst die quirlige und vitale Kuh auch im unwegsamen Gelände Tritt.

  • Gewicht: 500 bis 600 kg
  • Milchleistung: 4.950 kg
  • Fett: 4,1 Prozent
  • Protein: 3,4 Prozent

Murnau-Werdenfelser

Die Murnau-Werdenfelser, als alte Landrasse sind sie praktisch bayerisches Kulturgut, zeichnen sich durch Langlebigkeit, Genügsamkeit und Robustheit aus. Als einheimische Rinderrasse Altbayerns haben sie sich im Laufe der Jahrhunderte hervorragend an die Gegebenheiten des oberbayerischen Klimas angepasst.

  • Gewicht: 500 bis 600 kg
  • Milchleistung: 4.200 kg
  • Fett: 3,75 Prozent
  • Protein: 3,36 Prozent